Ihre Meinung zählt
Stand Gesetzgebungsprozess
Das Bundeskabinett legte am 11. März 2009 ein Gesetzesentwurf vor, der unter 18-Jährigen die Benutzung von Sonnenstudios verbietet. Damit ist der Zweck verbunden, Kinder und Jugendliche fortan stärker vor Gesundheitsschäden durch künstliche UV-Strahlen in Solarien zu schützen. Der Deutsche Bundestag hat seine Beratungen am 20. März 2009 aufgenommen und beabsichtigt, im Verlauf des Juni 2009 über das Verbot zu entscheiden. Der Bundesrat wird das Gesetzgebungsverfahren voraussichtlich am 10. Juli 2009 abschließen.
Zum jetzigen Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass das Gesetz noch vor den Bundestagswahlen am 27. September 2009 in Kraft tritt – sofern die Prüfung und Unterzeichung durch den Bundespräsidenten sowie die Verkündung im Bundesgesetzblatt erfolgt sind.
Aktuelle Rechtslage
Derzeit ist die Einhaltung von Qualitätsstandards und guter Beratung in den Solarien für Kunden durch das Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ erkenntlich. Dieses erhalten die Solarienbetreiber nach einer einwandfreien Überprüfung der Gerätestandards, des Betriebsablaufs, der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter sowie der Information und Beratung der Kunden.
Allerdings beruht die Zertifizierung auf freiwilliger Basis und wird derzeit als unzureichend bewertet: Nicht einmal 1000 der rund 5000 Sonnenstudios haben sich bislang freiwillig zertifizieren lassen.
Pro und Contra
Befürworter des vorliegenden Gesetzentwurfes, wie die Deutsche Krebshilfe, weisen auf die Risiken hin, die sich durch künstliche UV-Strahlung ergeben und die besonders bei jungen Menschen aufgrund deren stärkeren Lichtempfindlichkeit enorm seien. Darüber hinaus wird vielfach die in Sonnenstudios häufig fehlende oder nicht ausreichende Beratung der Kunden durch qualifiziertes Fachpersonal kritisiert. Die falsche Nutzung der Geräte kann zu Sonnenbränden führen, welche die Hautkrebsgefahr erhöhen.
Kritiker des vorliegenden Gesetzentwurfes regen hingegen eine Diskussion darüber an, ob ein generelles Nutzungsverbot für unter 18-Jährige der beste Weg ist, um Kinder und Jugendliche vor der falschen Nutzung von Solarien zu schützen. Sie versprechen sich von einem effektiven Zertifizierungssystem, durch das Solarien-Geräte und Beratung der Kunden höchsten Ansprüchen genügen würden, den größeren Nutzen. Ferner geben die zu bedenken, dass ein generelles Verbot Kinder und Jugendliche in sog. „Hinterhof-Solarien“ treiben könnte. Darüber hinaus verweisen sie auf die positiven Effekte, die mit einer vernünftigen Solarien-Nutzung einhergehen:
- Reduzierung von Vitamin D-Mangel (mögliche Folgen: geringere Knochendichte, Diabetes, Bluthochdruck und psychische Erkrankungen) und
- Erhöhung des Lichtschutzfaktors der Haut durch Vorbräunung (z. B. vor dem Urlaub).
Als Kompromiss zwischen den beiden o. g. Positionen wird folgende Lösung diskutiert:
- Senkung der Verbotsgrenze im Gesetzentwurf von 18 auf 16 Jahre,
- Einführung einer verpflichtenden anstelle der derzeit geltenden freiwilligen Zertifizierung und
- Verschärfung der geltenden Zertifizierungsanforderungen.
Befürworten Sie den Vorschlag der Bundesregierung, unter 18-Jährigen die Nutzung von Sonnenstudios zu verbieten?
Diese Umfrage ist beendet.
| 37,5 % |
Ja, denn ich bin der Meinung, dass Jugendliche stärker vor den negativen Folgen der Solariennutzung geschützt werden müssen. (108 Stimmen)
| 16,0 % |
Ich bin für einen Kompromiss. Die Altersgrenze sollte auf 16 Jahre gesenkt und gleichzeitig die bisher freiwillige Zertifizierung der Solarienbetreiber verschärft und verpflichtend werden. (46 Stimmen)
| 44,8 % |
Nein, es sollte keine Altersbeschränkung geben und den Menschen eigenverantwortliches Handeln zugetraut werden. Die Standards für die Kundenberatung und die Geräte sollten allerdings weiter verbessert werden. (129 Stimmen)
| 1,7 % |
Ich bin mir nicht sicher. (5 Stimmen)
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