Güne kritisieren Ansiedlung von Bioraffinerie in Schwedt
18.12.07 | Berlin
Zur kürzlich bekannt gegebenen Standortentscheidung der Firma Choren und der Reaktion der Bündnis 90 – Die GRÜNEN erklärt der uckermärkische Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Umweltausschusses im Bundestag, Jens Koeppen:
„Ich begrüße das Engagement von Choren und bin froh, dass die Wahl auf Schwedt gefallen ist. Das ist eine große Chance für unsere Region hier Vorreiter für eine neue zukunftsweisende Technologie zu sein. Wir haben die besten Voraussetzungen.
Zum einen die Produktion am Raffineriestandort Schwedt und die Möglichkeit der Beimischung eines Teils des Biokraftstoffes direkt vor Ort und zum anderen die landwirtschaftliche Basis, um einen Teil der Rohstoffe hier anzubauen. Das heißt: Fläche und Landwirte, die nach der guten fachlichen Praxis arbeiten. Wir haben zudem eine recht gute Infrastrukturgrundlage, wie Hafen, Wasserstraße, Schiene und Straße für den Transport von Rohstoffen und Produkten. Nicht zu vergessen, wir haben mit der Fachhochschule Eberswalde einen Partner, der hier vor Ort forscht, wie die 2. Generation von Biokraftstoffen nachhaltig produziert werden kann.
Deshalb kann ich die Reaktionen gerade bei den Grünen überhaupt nicht nachvollziehen. Es sind immer die gleichen Reflexe, wenn es um Umweltpolitik geht: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Deshalb sind die Grünen und viele selbst ernannte Umweltschützer und einige NGO oft nur Maulhelden und Ankündigungspolitiker. Viele Beispiele beweisen das:
Die Grünen sagen, es muss mehr Transport auf die Schiene und aufs Schiff. Sie verhindern aber seit Jahren massiv den Ausbau der HOFRIWA. Die Grünen wollen den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie und aus der Kohleverstromung. Sie wissen aber, dass Erneuerbare Energien und Energieeffizienz diese Technologien derzeit nicht ersetzen können. Deshalb nehmen sie in Kauf, dass Atomstrom aus dem Ausland importiert wird. Sie fordern vehement den Ausbau der Erneuerbaren Energien, sagen aber gleichzeitig, das Windkraftanlagen die Landschaft verschandeln und den Vogelzug stören könnten. Sie begrüßen die Biokraftstoffproduktion und fordern sogar noch höhere Quoten, sagen aber zugleich, dass eine Produktion in Schwedt nicht stattfinden darf. Diese Art der Politik ist populistisch, unglaubwürdig und unseriös.“
Die im sächsischen Freiberg ansässige Firma Choren will eine halbe Milliarde Euro im Industriepark der Schwedter PCK-Raffinerie investieren. Neben Schwedt waren zuvor noch andere Standorte im Rennen. Choren will dort in die Serienproduktion von jährlich 200.000 Tonnen des aus Biomasse gewonnenen synthetischen Kraftstoffs Sundiesel einsteigen, mit dem Dieselmotoren problemlos betrieben werden können. Es handelt sich um Biokraftstoffe der so genannten 2. Generation. Es kann all das verwendet werden, was andere nicht brauchen: Abfallprodukte aus der Agrarwelt, Altholz, Sägerestholz, minderwertiges Waldholz wie Zweige und Kronen. Hinzu kommen schnell wachsende Holzsorten auf Feldern, die bisher ohnehin stillgelegt waren oder aus anderen Gründen brach lagen. Es kommt vor allem auf eine nachhaltige und fachgerechte Bewirtschaftung an. Der gewonnene Dieselkraftstoff ist anderen Bio-Treibstoffen weit überlegen, verbrennt extrem schadstoffarm und minimiert die Emission von CO2 bis zu 90%.
„Ich werde mich daher weiterhin vehement für die Ansiedlung einsetzen und erwarte demzufolge auch entsprechende Signale aus der Region und aus der Landesregierung.“
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