In der digitalen Gesellschaft prallen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die reale und auf der anderen die so genannte virtuelle Welt. Tatsächlich müssen wir uns aber von dieser Vorstellung lösen. Das Internet befindet sich nicht irgendwo außerhalb, sondern mitten in unserer Gesellschaft. Es ist ein Teil unserer Gesellschaft. Es ist insofern nicht virtuell, sondern ganz real. Es ist Teil unserer Gesellschaft und wir sollten es auch so behandeln.
Verglichen mit den Bedingungen der Welt, die bislang unsere Vorstellungen prägen, schälen sich die Umrisse der digitalen Gesellschaft erst heraus. Das Internet hat sich in den letzten Jahren rasant von einem Ort für technisch Versierte zu einem Massenphänomen entwickelt. Es ist längst viel mehr als eine weitere technische Plattform und dabei, unsere Kommunikation grundlegend zu verändern. Damit prägt es unser Lebensgefühl vielleicht schon in einem größeren Maße, als wir es heute sehen.
Neben den digitalen Profis gibt es vor allem viele Gelegenheitsnutzer. Für sie stehten im Internet oft alltägliche Erledigungen im Vordergrund, die via Netz schneller und komfortabler von der Hand gehen. Ebenso werden Freundschaften erneuert und über lange Entfernungen hinweg gepflegt. Die meisten Menschen, die das Internet nutzen, wollen seine Vorteile nicht mehr missen. Doch beim Zugang ist vor allem das Alter eine wichtige Schranke.
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf Freiheit und Sicherheit und darauf, dass der Staat seine Rechte förder und schützt. In diesem Sinn ist das Internet für mich Teil der Daseinsvorsorge. In einem Medium, das auf eine dezentrale Organisation gründet, global denkt und von der Vernetzung lebt, ist dies natürlich eine höchst komplexe Herausforderung.
Der Artikel "Digitale Gesellschaft ersnt nehmen" von Jens Koeppen MdB erschien in der Ausgabe der FIfF Kommuikation (Forum Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.) 2/2010 - Juni 2010, H 7625.
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