Nach den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2009 bleibt der Ausbildungsmarkt aus Sicht der Jugendlichen weitgehend stabil. Für 100 Schulabgänger standen in diesem Jahr rechnerisch 65 Ausbildungsverträge zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass eine ausreichende Versorgung dann gewährleistet ist, wenn diese Quote über Jahre hinweg kontinuierlich bei mindestens zwei Drittel liegt. Mit 74 Prozent wurde dieser Wert 2009 in den neuen Ländern klar übertroffen. In den alten Ländern konnte das gute Vorjahresergebnis mit 63 Prozent nicht ganz erreicht werden.
Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ist es ein beachtliches Ergebnis, dass die Ausbildungschancen der Jugendlichen nach zwei hervorragenden Ausbildungsjahren auch 2009 weiterhin gut sind. Denn bedeuten 566.004 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge rund 50.300 Verträge weniger als im Vorjahr.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen demografiebedingt stark gesunken ist.
Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Rückgang der Schulabgängerzahlen weiter fortsetzen. Was jetzt zu einer vorübergehenden Entlastung am Ausbildungsmarkt führt, wird in den kommenden Jahren ein ernsthaftes Problem darstellen: Schon jetzt herrscht in einigen Regionen Bewerbermangel, Betriebe können ihre Ausbildungsangebote nicht besetzen. Andererseits gibt es insbesondere in den alten Ländern immer noch zu viele Jugendliche, denen der Einstieg in Ausbildung nicht geglückt ist.
Diese Entwicklung zeigt, dass sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Jugendlichen eine Perspektive brauchen. Dafür muss die Attraktivität des erfolgreichen dualen Systems weiter gestärkt werden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird deshalb einerseits mit dem Ziel "Ausbildung für alle" jungen Menschen mit unzureichender Ausbildungsreife frühzeitig neue Qualifizierungschancen im dualen System bieten. Dies soll u.a. durch eine neue bundesweite Initiative "Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" gewährleistet werden.
Neben der Förderung von regionalen Bildungsbündnissen steht dabei die abschlussorientierte Verzahnung von Schule, Übergangsbereich und dualer Ausbildung, die
frühzeitige Kompetenzfeststellung und praxisorientierte Berufsorientierung, die stärkere Betriebsorientierung der Berufsvorbereitung und die Begleitung leistungsschwächerer Jugendlicher bis zum dualen Ausbildungsabschluss im Vordergrund. Ein Element der Initiative ist das erfolgreiche BMBF Berufsorientierungsprogramm, das mit dem Haushalt 2010 auf 50 Mio. EUR aufgestockt und damit mehr als verdreifacht werden soll.
Zugleich sollen begabte junge Menschen mit dem Angebot von Zusatzqualifikationen und zusätzlichen Karriereperspektiven verstärkt für eine zukunftssichere Ausbildung im dualen System gewonnen werden.
Die konjunkturelle Entwicklung wird voraussichtlich auch im Jahr 2010 noch eine Herausforderung für den Ausbildungsmarkt darstellen. Betriebe sollten deshalb auch im kommenden Jahr ihre Ausbildungsbereitschaft aufrecht erhalten. Jugendliche, die bislang keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sollten sich bei der Bundesagentur für Arbeit melden. Im Rahmen der Nachvermittlung stehen noch viele Angebote zur Verfügung.
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