
Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat mit ihren mutigen Vorstellungen, die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren bis zum Jahr 2013 auf rund 750.000 zu verdreifachen, für fraktionsübergreifende Diskussion gesorgt. 35% dieser Kinder könnte in Kitas oder von Tagesmüttern betreut werden. Nun sollte dieser Vorstoß als Chance verstanden werden und nicht als monatelanger „Streitpunkt Familie“.
Worum geht es? Es geht um eine wirkliche Wahlfreiheit für Eltern, wie sie ihr Familienleben gestalten, wie sie ihre Kinder erziehen und wie sie ihre berufliche Laufbahnentwickeln wollen. Es geht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und um eine kinderfreundliche Gesellschaft. Das, was seit langem gefordert wird, versucht die Ministerin umzusetzen.
Kinderfreundlichkeit ist nicht nur ein Begrüßungsgeld für Neugeborene, sondern Kinderfreundlichkeit bedeutet, den jungen Eltern die Möglichkeit zu geben, sich für Kinder entscheiden zu können, ohne Beruf und Karriere zu vernachlässigen. Frauen und Männer dürfen nicht vor die Alternative Kinder oder Beruf gestellt werden. Daher benötigt man eine finanzielle Basis, das sich Paare für Kinder entscheiden können und darüber hinaus ausreichende Betreuungsplätze. Viele Paare wollen Arbeit und Familie und nicht wenige sind auch auf zwei Einkommen angewiesen.
Kindergrippen, Kitas, Tagesmütter und Horte stehen nicht im Widerspruch zu einem traditionel-len Familienbild. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt und instrumentalisiert werden. Ausschlaggebend muss sein, was jungen Menschen hilft, sich für Kinder zu entscheiden und was letztendlich gut für die Kinder ist. Dabei hat die Politik Realitäten des heutigen modernen Erziehungsalltags genauso zu akzeptieren, wie die Tatsache, dass viele Mütter in den ersten Jahren ihr Kind zu hause erziehen möchten.
Die Mehrheit junger Frauen will nicht der Kinder wegen zu Hause bleiben, die Männer hat man in dieser Rolle eh sehr selten gesehen und manche können es sich schlicht weg nicht leisten. Ursula von der Leyen hat keinen Generationenkampf Karrierefrau gegen Hausmütterchen her-vorgerufen, sondern hat Denkansätze gegeben, die ohne Hysterie diskutiert werden können und für dessen Finanzierung man eine Lösung finden sollte. Es geht zwar vordergründig um jährlich 3 Milliarden Euro, aber wahrhaftig geht es um mehr Kinder in unserem Land.
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